HUMBOLDT, Alexander von, Naturforscher, 1769 – 1859.
HUMBOLDT, Alexander von, Naturforscher, 1769 – 1859.
34 e. Br. m. U. und 1 e. Schriftstück m. U. "Alexandre de Humboldt", "AlHumboldt", "AlHt" u. a. Berlin und Potsdam 20.XII.1843 bis (18.VIII.1858) und o. J. 41 S. 4o bis quer-kl.-8o. Mit gesiegelter Adresse (12). Einige mit eigenh. Streichungen und Zusätzen. Wenige leichte Randläsuren.
Inhaltsreiche, teilweise unveröffentlichte Briefe an den Hofmaler Eduard Hildebrandt (1817 – 1868), dem Humboldt ein warmherziger Freund und Förderer war. Die Briefe sind ein beredtes Zeugnis dafür, wie Humboldt den Künstler in seinem Schaffen unterstützte.
Berlin 20.XII.1843. Empfehlungsschreiben für Hildebrandts Reise nach Brasilien und Nordamerika 1844/45. "Je me fais un plaisir bien vif de donner une marque d’interêt à un jeune artiste voyageur, mon compatriote, Mr Edouard Hildebrandt qui compte visiter le Brésil et d’autres parties du Nouveau Continent pour saisir comme peintre, rempli de talent, les grands traits du paysage des Tropiques. J’ose recommender cet excellent jeune homme, voyageant sous les auspices de Sa Majesté le Roi de Prusse, à tous ceux qui dans les deux Amériques ont conservé de la bienveillance pour mon nom et mes travaux. / Le Bn Alexandre de Humboldt".
(Berlin) "Mittwoch Abend" (1845?), mit Adresse Leipziger Straße 50. "Der König kommt morgen Donnerstag nach Berlin u befiehlt mir zu besorgen dass Ihr Bild in das Schloss gesezt werde. Es ist viel Wahrscheinlichkeit …, dass das Bild gekauft werde …" Wohl Hildebrandts Aquarell "Alexander von Humboldt in seinem Arbeitszimmer" (1845).
(Berlin) "Sonnabend" (vor Juli 1846), mit Adresse Leipziger Straße 50. "Schreiben Sie mir einen Vornamen, lieber Hildebrandt. Ich habe Sie neben Rugendas sehr lobend in dem neuen Bande des Cosmos genannt. Ist auch Ihr Name so mit dt recht geschrieben / Hildebrandt? …" – Im 2. Band des "Kosmos", Stuttgart und Tübingen 1847, schrieb Humboldt über Landschaftsmalerei. In diesem Zusammenhang rühmte er Hildebrandts "Meisterschaft für die amerikanische Tropenwelt" (S. 86). Im Juli 1846 war der Druck des 2. Bandes bis S. 103 abgeschlossen. – "Rugendas": Moritz R. (1802 – 1858), Landschaftsmaler.
(Potsdam) "Dienstag" (1846), mit Adresse Leipziger Str. 50, wegen des Ankaufs von Aquarellen von Brasilien und den Vereinigten Staaten durch König Friedrich Wilhelm IV. "Ich habe Ihnen … 58 Fr. d’Or im Namen Sr Majestät zu zahlen für die Bilder die er ausgewählt zu ihren vollen Preisen, versteht sich. Die Zeichnungen die der König nicht genommen habe ich in eine der grossen u sicheren Mappen architectonischer Zeichnungen aus Paris gelegt, die in Sanssouci noch liegen bleiben bis H v Olfers sie zu sich nimmt …" In der Nachschrift: "Der König hat die 2 Potsd[amer] Zeichnungen behalten leider! auch den prachtvollen Baum." – "Olfers": Ignaz von O. (1793 – 1872), Generaldirektor der Königlichen Museen in Berlin.
Potsdam "Sonnabend Nacht" (20.X.1849), mit Adresse "Kupfergraben n 6 A". "Ich würde recht undankbar sein, … wenn ich Ihnen nicht meinen innigen Dank sagte, für den grossen Genuss, den Sie mir heute verschaft. Ihr schönes Talent ist wie erhöht durch den Anblik grösserer Gegenstände … Meine Abenderzählungen, die die Neugier des Königs neu gereizt, werden Ihnen Montag, übermorgen, … Prinz Carl und seine Tochter, Prinzess Louise zuführen. Suchen Sie ja sie vor Ihren Schäzen zu erwarten …" – "Prinz Carl": Karl Prinz von Preußen (1801 – 1883), General, Bruder von König Friedrich Wilhelm IV.; seine Tochter Prinzessin Luise (1829 – 1901) heiratete 1854 Alexis Landgraf von Hessen-Philippsthal-Barchfeld.
Berlin 17.IV.1850, nach einem Besuch der 37. Kunstausstellung der Kgl. Akademie der Künste, auf der Hildebrandt mit Aquarellen und Ölbildern vertreten war, darunter mit dem Ölbild "Abend auf Madeira". "Nach dem Lobe, das ich Ihrem herrlichen tiefen Meere gespendet, ist es mir schwer, … Worte zu finden um Ihnen den Eindruk zu schildern (Eindruk der Bewunderung) den mir Ihr Abendhimmel hinterlassen. Das ist das Eigenthümliche eines grossen Künstlers so die mächtige Natur aufzufassen, so die Technik in ihrer Vollkommenheit zu besizen, dass ohne eine Spur von Härte sich die Gegenstände, von Farbengluth umflossen darstellen können. Den schönsten Sieg, den Sie durch die Gesammtheit Ihrer Werke welche die Feste wie das Meer, den Character edler Pflanzenformen, wie die scharf accentuirte, betonte Architectur erfassen, in dieser gefühllosen Stadt errungen haben, ist der, dass der enthusiastisch[s]te Ihrer Verehrer ein Bildhauer ist, Rauch; seine Anerkennung Ihres herrlichen durch die Ausübung selbst immer wachsenden Talents bezeugt wie der Sinn des Schönen und Grossen in allen Kunstbestrebungen (plastischer Gebilde und Mahlerei) aus einer Quelle fliesst. Es war mir ein Drang, … Ihnen dies zu schreiben, damit, nach dem Tode des uralten Mannes … mein Andenken in Ihnen fortlebe." – "Rauch": Christian Daniel R. (1777 – 1857), Bildhauer; Freund Humboldts. – Gedruckt in: Arndt, Fanny, Eduard Hildebrandt, der Maler des Kosmos. Sein Leben und seine Werke, Berlin 1869, S. 72 f.
(Berlin) "Freitags" (1850). "Wenn Sie in Ihrer geistigen Meisterschaft fast alles hervorbringen, so ist in diesem Schöpfungskreise doch noch Holzschneiden und Vergolden leicht nicht einbegriffen. Sie müssen daher das Versprechen halten das ich Ihnen so schwer abgedrungen. Alle die den Kopf bei mir sahen, sagen, er sei aus dem Spiegel gestohlen …" Hildebrandt hatte ein Portrait in Öl von Alexander von Humboldt geschaffen. – Zum Teil gedruckt in Arndt, Fanny, S. 73.
(Berlin) "Sonnabend" (1851). "Liegt vielleicht bei Ihnen … mein Buch die kleine Ausgabe von Vues des Cordilleres et Monumens zwei Octav Bände?" Im Febr. 1851 schenkte Humboldt dem Maler seine "Vues des Cordilleres et Monumens des peuples indigènes de l’Amérique" mit der Widmung an den "Reisenden in beiden Hemisphären" (Arndt, Fanny, S. 74).
B(erlin) 27.III.1851, mit dem Auftrag an den Landschaftsmaler Johann Friedrich Stock (1803 – 1866), Zeichnungen vom "Corazon" und den "Vulkanen von Mexico" anzufertigen, sowie mit der Bitte um eine Zeichnung vom "Pic von Orizaba". Humboldt arbeitete damals an seinen "Kleineren Schriften".
"Hier, mein theurer Hildebrandt, zwei neue Bitten an Herrn Stock dessen schöne Arbeit mich ganz befriedigt für das Heft der Form der Berge. Ich wünsche
1) den Corazon, Pl[anche] 51 in den Vues des Cordilleres aber mit Zuziehung meiner Original Zeichnung die ich aufgefunden
2) Vulkane von Mexico zu copiren aus Atlas du Mexique Planche 16 mit Zuziehung einer Zeichnung die nicht von mir ist.
Ich werde nun noch eine 3te Zeichnung brauchen, Pic von Orizaba, nach einem schönen klaren Oelbilde von Mr Gros (das Bild ist in Charlottenhof) das ich werde holen lassen und das zu verkleinern sein wird. Ich glaube es ist besser dann alle 7 Copien zugleich zu bezahlen, ein rohes Wort ohne das aber keine menschlichen Dinge zu Stande kommen. H[err] Stock wird Ihnen die Summe anvertrauen recht einfach und frei, denn es ist Sache der Cottaschen Buchhandlung." – Die Zeichnung "Pic von Orizaba" fertigte Hildebrandt an. – "Gros": Antoine Jean Baron G. (1771 – 1835), Maler. Er hatte das Bild Humboldt geschenkt. – Ferner bei Übersendung von Zeichnungen und Karten von seiner Hand.
"Im Suchen in meinen Papieren habe ich einige Kleinigkeiten von meiner Hand gefunden, die nach meinem Tode verloren gehen würden, u[nd] die ich gern in Ihren Händen wüsste als ein Andenken von 50 Jahren
mein junges Leibcrocodil das ich lange in einer Schachtel auf Maulthierreisen mit geschleppt. Es war 3 Wochen alt noch so beweglich biegsam dass es quiekend sich in den Schwanz beissen konnte. Es hat mir unter Glasglocken zu Versuchen über das Athmen der Crocodile gedient
der Kopf des grossen Condor characteristisch und nach Massen genau lebensgross.
die erste Linear Zeichnung die ich vom Chimborazo gemacht. Der Umriss sehr detaillirt genau. Nach einer anderen, auch in Paris gebliebenen Zeichnung von mir, ist das Kupfer: Chimborazo und Carguairazo
Die Palmeninseln im grossen Strohme, Rio de G[u]ayaquil, der vom Fuss des Chimborazo entspringend in die Südsee fällt. Ich habe an dem Quai der Stadt die schlechte Zeichnung entworfen.
eine Cartenzeichnung von mir Antisana um Ihnen zu zeigen dass ich recht leserlich schreiben konnte
zwei genaue Zeichnungen wie es im Crater" (des Teide) "am 22 Jun 1799 aussah mit dem Loch in dem der Meerhorizont gesehen wurde
Ich schenke Ihnen auch eine Handzeichnung von Go[e]the’s Hand. Lesen Sie was darauf steht.
Lächeln Sie nicht zu meinem Geschenke. Ich lege Ihnen Spasses halber auch mein Portrait bei …"
(Berlin, nach 27.III.1851). Mit der Bitte um Neuanfertigung von zwei Zeichnungen durch Johann Friedrich Stock: "Bitte um zwei neue Zeichnungen von der so geübten Hand des Herrn Stock
Vulkane von Mexico
in der Handzeichnung ist der untere Rand der Schneegrenze unangenehm vegetationsartig struppig und kleksig. Der Zeich[n]er hat kleine Thalschluchten ausdrükken wollen, auch ist von Mexico die Schneelinie minder scharf abgeschnitten als südlicher bei Quito. Die gestochene Platte no 16 im Atlas du Mexique ist besser
Corazon (Berg des Herzens) mit der säulenartigen Pyramide von Ilinisa. Meine Zeichnung ist e[t]was characteristischer als der Stich in den Vues des Cordilleres Planche 51 … / beides in Biester Farbe". – "Biester Farbe": ein Braunton.
(Berlin) "Sonntags" (nach 27.III.1851), mit Adresse "Kupfergraben". Sie haben mir viel Freude gemacht mit der schönen, so charakterischen Zeichnung des schiefmauligen Vulcans Orizaba – aber ich habe gleich Ihre Meisterhand erkannt. Nehmen Sie für diese neue Aufopferung Ihrer Zeit meinen herzlichen Dank an. Ich bin nie verlegen, von Ihnen zu empfangen und danke gern und gemüthlichst.
Aber, mein theurer Freund, da ich das Ganze an meine Tyrannen nach Stuttgart schicke, machen Sie mir, wie Sie mir versprochen, das Leben auch bequem und leicht und schreiben Sie mir dieses Mal keinen Brief sondern lapidarisch (wie Sie mit H[errn] Stock gesprochen) schreiben Sie mir: / soviel Friedr[ich] d’Or für das Ganze.
Machen Sie, daß recht gut, recht zu seiner Zufriedenheit bezahlt werde …" Ende Juni 1851 sandte Humboldt acht Zeichnungen an seinen Verleger Cotta. Die ersten Stiche lagen bereits am 5. Sept. 1851 vor. Humboldts "Kleinere Schriften" mit dem Atlas "Umrisse von Vulkanen aus den Cordilleren von Quito und Mexico" erschienen 1853 im Verlag von J. G. Cotta in Stuttgart und Tübingen. Hildebrandt fertigte für den Atlas die Zeichnungen zu den Tafeln 4 ("Chimborazo … Carguairazo"), 7 ("Die Pyramiden von Ilinissa") und 9 ("Pic von Orizaba"). Von Stock stammten die Zeichnungen zu den Tafeln 1 ("Vulkan Pichincha"), 2 ("Cayambe-Urcu"), 3 ("El Corazon … und eine der Pyramiden von Ilinissa"), 6 ("Cotopaxi") und 8 ("Iztaccihuatl … und Popocatepetl").
Berlin 28.VI.1851. Empfehlungsschreiben für Hildebrandts Reise nach Italien, Ägypten, Syrien und Palästina. "Je prie des personnes qui, sur la côte africaine, ont quelque bienveillance pour mon nom et mes travaux de vouloir bien acueillir et aider de leurs conseils le porteur de ses lignes, Mr Edouard Hildebrandt, Peintre de la Cour, mon compatriote Prussien, aussi distingué par un grand et beau talent que par l’amabilité de son caractere. Je prends le plus affectueux interêt au succès de son voyage artistique. / Le Bn Al. de Humboldt."
Potsdam "Dienstag" (27.VII.1852). "Der König wünscht … Sie morgen Mittwoch nach der Mittagstafel gegen halb fünf Uhr im Marmorsaal zu empfangen und einen Theil Ihrer herrlichen Skizen zu sehen. Sie werden auch Rauch mit uns finden …"
(Berlin) "Sonnabend" (1853). "Empfangen Sie meinen wärmsten Dank für Ihr liebenswürdiges Schreiben. Ich habe schon vor mehreren Tagen Ihrem Wunsche gemäss an G. L. Rath Reumont nach Florenz geschrieben und erhoffe guten Erfolg. Aus Ihrem Briefe schliesse [ich] dass Sie nun doch auch wünschen, dass ich nach Lissabon schreibe. Damit ich das thue, … müssen Sie zu mir kommen und mir nach Erkundigung sagen ob der Gesandte Bn Arnim jezt in Lissabon ist, ob er bloss Legat[ions] od[er] Geh. Legat Rath ist, ob er der Sohn von Bettina ist, den ich kenne? Ich würde gewiss nicht das Panorama ohne Sie besuchen, nemlich am Abend, denn andere Zeiten sind mir noch unmöglicher …" – "Reumont": Alfred von R. (1808 – 1887), Historiker und Diplomat; 1851 Leiter der preußischen Gesandtschaft in Florenz. – "Arnim": Siegmund von A. (1813 – 1890), Sohn von Achim und Bettina (geb. Brentano) von Arnim. Er ging im Herbst 1852 als preußischer Geschäftsträger nach Lissabon.
Potsdam 30.XI.1853. "... Da des Königs Majestät den für Sie … so ehrenvollen, allergnädigsten Entschluss gefasst haben, von den von Ihnen im Orient nach der Natur aufgenommenen schönen Landschaften eine, hauptsächlich für Palaestina bestimmte Sammlung durch Sie in Oelbildern darstellen zu lassen, so bin ich von Sr Majestät beauftragt, Ihnen Folgendes in Erinnerung zu bringen:
Die Sammlung für Palaestina wird mahlerischen und an grosse historische Erinnerungen geknüpfte Gegenstände umfassen. Sie wird sich wahrscheinlich zunächst auf 15 bis 20 Gemälde erstrecken; wo möglich meist von einer Grösse und Form. Die zuerst ausgeführten sollen sein: Jerusalem mit dem Oelberge von Nord Ost gesehen; der Teich Bethesda; Nazareth und Bethlehem. Die … Bilder in der Palaestinischen Sammlung sollen 4 – 5 Fuss gross sein … Der Preis jedes Bildes, ohne Rahmen, wird der von Ihnen Selbst vorgeschlagene von 700 Thaler Courant sein …" – Dazu wohl gehörend der eigenh. adressierte, gesiegelte Briefumschlag.
(Berlin) "Dienstags" (1853). "Ich habe … den König an die Zahlung von 1400 r ohne Rahmen … gestern mündlich heute schriftlich erinnert. Der König ist noch in grosses Lob dieser ersten ‘herrlichen’ Bilder ausgebrochen u wie ich daran erinnerte: er sich 15 – 20 vorläufig bestellt sagte er betrübt: wenn ich die nur erlebte! …"
(Berlin) "Montag Nacht" (3.XII.1855). "Erfreuen Sie mich … und kommen bei mir zu speisen um 3 Uhr nächsten Donnerstag vor H[errn] Mariette’s (des grossen Entdeckers des Serapis Tempels in der Ruine von Memphis) sehr naher Abreise. Sie werden bei mir finden Rauch, Liszt, Brugsch, Ehrenberg und mein Hausbesizer Alexander Mendelsohn …" – "Mariette": Auguste Édouard M. (1821 – 1881), Ägyptologe; er wohnte während seines Aufenthalts bei Brugsch. – "Liszt": Franz L. (1811 – 1886), Komponist. – "Brugsch": Heinrich B. (1827 – 1894), Ägyptologe; von Humboldt gefördert. – "Ehrenberg": Christian Gottfried E. (1795 – 1876), Naturforscher; begleitete Humboldt auf der Reise nach Rußland 1829. – "Mendelsohn": Alexander Mendelssohn (1798 – 1871), Bankier; Eigentümer des Hauses Oranienburger Str. 67. – Das Essen wurde am 6. Dez. 1855 gegeben. Gedruckt in Arndt, Fanny, S. 61.
(Berlin) o. D. "Vielen Dank für Ihren liebenswürdigen Brief, aber ich bitte Sie flehendlichst nur ihrem Bothen zu geben, aber nicht wieder Hand Selbst anzulegen. Es würde mich beunruhigen …"
Potsdam 6.VI.1856. Empfehlungsschreiben für Hildebrandts Reise zum Nordkap.
Berlin 8.IX.1856, nach Hildebrandts Rückkehr vom Nordkap. "Ich benuze … die ersten Augenblicke Ihrer Ankunft um Ihnen meinen herzlichsten Glückwunsch zu der Vollendung einer so kühnen und gelungenen Reise, wie zu dem morgenden festlichen Tage darzubringen. Die Reise wird Ihrem schönen, viel umfassenden, bewundernswürdigen Talente neue Materialien der Verarbeitung liefern! Möge die Anstrengung der Sie Sich aus Liebe zu der Kunst ausgesezet, Ihnen im eintretenden neuen Jahre nie ein Hinderniss werden, im freiesten Genuss Ihrer edeln Kräfte zu verbleiben. Der 14te Sept. mein unwahrscheinlicher Geburtstag, der unbequeme 87ste, droht nahe. Frau von Bülow bittet Sie, den wir wie ein Glied unseres häuslichen Kreises betrachten, mich (mit Rauch) nach Tegel am unvermeidlichen 14 Sept … zu begleiten …" Hildebrandt beging am 9. Sept. seinen 39. Geburtstag. Gedruckt in Arndt, Fanny, S. 102.
Berlin "Sonntag" o. J. "Wundern Sie sich nicht, … dass ich in diesen lezten Tagen vor meiner Abreise (die Abwesenheit des Königs wird wohl nur bis 23 – 24 Juni dauren) mir nicht die Freude habe verschaffen können, Sie zu sehen und Ihnen nochmals für den herrlichen Genuss zu danken, den mir Ihre so überaus talentvollen Arbeiten … verschaft haben …" Gedruckt in Arndt, Fanny, S. 74.
Das Schriftstück, (Berlin 1851). "Landschaftliches für Palaestina / Westlicher Abfall des Libanon, wo man von Bayruth aus gegen Jerusalem aufsteigt und wo H[err] v[on] Wildenbruch der Kühlung wegen ein reizendes Landhaus bewohnte.
Jerusalem liegt 2480 pariser Fuss über Bayruth oder über dem Spiegel des mittelländischen Meeres. Von Jerusalem steigt man 3800 Fuss zum Toten Meere herab weil dessen Spiegel 1320 par[iser] Fuss tiefer liegt, als der Spiegel des mittelländischen Meeres. Der König wünscht landschaftliche Ansichten von diesem östlichen Abhange wo die Vegetation gegen das Pilgerbad am Jordan allmälig zunimmt, wo wilde Thalschluchten sein müssen und man die Aussicht auf das Tote Meer und die östliche Bergkette jenseits des toten Meeres hat. Weg nach Kloster San Saba und Jericho.
Der König empfiehlt Ihnen … vor allem die Ansicht des Olivenberges und von Jerusalem, von Nordosten gesehen pag 117
den Brunnen von Siloam p. 69
den Brunnen von Hezekiah p 89
die Gräber vom Thal Ichosaphat p 115
die Gräber bei Siloam p 111
den Berg Zion p 59
Auch der Tiberias-See muss schöne Punkte gewähren. Das herrlichste für Sie wären Damascus und auf dem Weg dahin der uralte Cedernwald des Libanon." Am Rand eine kleine Höhenzeichnung von West nach Ost von Beirut über Jerusalem zum Toten Meer. Ferner am Rand: "Die Citationen sind aus Bartlett’s Walk about Jerusalem 1842." – "Wildenbruch": Ludwig von Wildenbruch (1803 – 1874), Diplomat, Geograph und Forschungsreisender; Generalkonsul in Syrien und Palästina.
Beiliegend 2 e. Br. m. U.: 1) o. O. "Dienstags" o. J., Fragment: "... Es ist noch nicht geschehen aber es giebt die beste Hofnung. Behalten sie, theurer Hild[ebrandt], auch dies für Ihr Familien Archiv."; 2) o. O. u. D.: "Lesen Sie das Böse, das ich von Ihnen geschrieben und kleben Sie das lose Siegel."
Ferner beiliegend ein eigenh. beschrifteter Umschlag von Eduard Hildebrandt: "Zeichnungen von A. von Humboldt".
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